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28. November 2007

Die Kinder aus Baoitshandi stehen vor ihrem ersten Schulabschluss

Weihnachten 2007: Die cbs fördert im dritten Jahr eine Schule für Kinder ethnischer Minderheiten in Bangladesch

Das Entwicklungshilfeprojekt
In einer der ärmsten Regionen der Welt – in Bangladeschs Nordwesten - eröffnet und betreibt die deutsche Entwicklungshilfeorganisation NETZ e.V. gemeinsam mit ihren lokalen Partnern Schulen in den abgelegenen Dörfern der ethnischen Minderheiten. Das Projekt „Grundbildung – Eine Schule für Kinder ethnischer Minderheiten in Bangladesch“ ermöglicht es Kindern im Grundschulalter, eine Dorfschule in der näheren Umgebung zu besuchen. In diesen Schulen lernen die Kinder grundlegende Fähigkeiten, um anschließend in eine staatliche oder staatlich anerkannte Schule wechseln zu können. Dazu gehört der Unterricht in Bangladeschs offizieller Landessprache „Bangla“ – als Angehörige einer ethnischen Minderheit sprechen die Kinder und auch ihre Familien in aller Regel nur ihre eigene regionale Sprache. Zudem erhalten sie während ihrer dreijährigen Schulzeit Unterricht in Englisch, Mathematik, Sozialkunde sowie in Sprache, Geschichte und Tradition ihrer Gemeinschaft. Der Besuch einer Dorfschule bedeutet für die Kinder mehr als die bloße Vorbereitung auf eine weiterführende Schule: Sie erwerben vielmehr die Möglichkeit, ihr Leben zunehmend selbst zu bestimmen.

Die Entwicklungshilfemaßnahme ist außerordentlich erfolgreich: In bislang 72 Schulen durchliefen 900 Schülerinnen und Schüler den dreijährigen Turnus, nahezu 95% setzten ihre Ausbildung an einer regulären Grundschule fort. In etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler schnitt bei den Einschulungstests so gut ab, dass sie das vierte Schuljahr überspringen und direkt in die „Junior Highschool“ wechseln konnten. Zudem beschäftigt jede Schule eine Lehrerin oder einen Lehrer aus der jeweiligen Region. Diese werden in staatlichen Seminaren ausgebildet und erhalten so ihrerseits eine Ausbildung, durch die sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Bangladesh
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Das Engagement der cbs
Die cbs fördert seit 2005 das Projekt Grundbildung in Form einer Patenschaft für eine Schule im Dorf „Baoitshandi“ in Bangladeschs nordwestlichem Bezirk „Noagaon“. Im Rahmen ihres Engagements ermöglicht die cbs einer Schulklasse mit 19 Mädchen und elf Jungen, die vollständige dreijährige Grundausbildung zu absolvieren. Die Kinder nehmen mit viel Spaß und Neugier am dreistündigen Unterricht, an sechs Tagen in der Woche teil. Die geringen Fehlzeiten und auch der gute Notenschnitt - alleine 20 Kinder erreichten die Bestnote - zeigen, mit welcher Begeisterung die Mädchen und Jungen lernen. Inzwischen sind sie echte „Leseratten“ und haben fünf Bücher mit Geschichten und Erzählungen gelesen.

Auch im Alltagsleben zeigen die Lernerfolge der ersten beiden Schuljahre Wirkung. Mit ihrem Können helfen die Kinder ihren Familien beim Errechnen des Wechselgelds auf dem Markt, beim Lesen eines Vertrags oder Beipackzettels für Medikamente. Dies macht auch den Eltern mehr und mehr bewusst, wie bedeutsam die schulische Bildung ihrer Kinder für die Zukunft der Familien und ihre Gemeinschaft ist.

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Zur Situation der ethnischen Minderheiten Bangladeschs
Bangladesch ist der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Die 147 Millionen Menschen leben auf einer Fläche mit der doppelten Größe Bayerns. Der Hälfte von Bangladeschs Einwohnern steht am Tag nicht einmal ein Euro pro Person zur Verfügung. Nahezu 30 Millionen Bangladeschis sind von einer extremen Armut betroffen. Sie erhalten nicht einmal ausreichende Mahlzeiten und sind von jeglichen Entwicklungserfolgen Bangladeschs weitgehend ausgeschlossen. Eine kleine Gruppe dieser extrem Armen stellen die „Adivasis“, die ethnischen Minderheiten Bangladeschs. Diese traditionellen Gemeinschaften haben ihre eigenen Sprachen, Traditionen und Religionen. Sie sprechen die offizielle Landessprache „Bengali“ nur sehr eingeschränkt. Im Bezirk „Noagaon“, in dem die cbs die Schul-Patenschaft übernommen hat, kann nur jeder Zehnte lesen, schreiben und rechnen. Die gesellschaftliche Teilhabe der Adivasis beschränkt sich in aller Regel auf ein Tagelöhnerdasein. Ohne jegliche Schulbildung sind sie nicht in der Lage, ein Einkommen zu erwirtschaften. Die Sprachbarriere verhindert, dass ihre Kinder dem Unterricht an allgemeinbildenden Schulen folgen können und sie wie ihre Eltern einem Leben in absoluter Armut ausgeliefert sind.
Das Entwicklungshilfeprojekt "Grundbildung" will den Adivasis helfen, diesen Teufelskreis von gesellschaftlicher Isolation und Armut zu durchbrechen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Entwicklungshilfeorganisation NETZ Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit e.V. www.bangladesch.org.