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03. September 2009

Immer mehr SAP-Restrukturierungen

Der SAP-Markt wandelt sich. Die Anzahl der SAP-Neuinstallationen geht zurück, dagegen werden immer mehr SAP-Landschaften restrukturiert.

Das sagte Harald Sulovsky, Geschäftsführer des Heidelberger IT-Beraters cbs Corporate Business Solutions, gegenüber silicon.de.

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cbs Corporate Business Solutions ist der SAP-Berater der MATERNA Gruppe. Der SLO-Dienstleister (System Landscape Optimization) beschäftigt 135 Mitarbeiter, davon sind 110 Berater. Typische cbs-Kunden sind laut Sulovsky mittelgroße Unternehmen, etwa aus der Fertigungsindustrie.

Gegenwärtig gehe es immer mehr darum, durch die Neustrukturierung von SAP-Prozessen Komplexität zu reduzieren, so Sulovsky. "Stellen Sie sich vor, ein Unternehmen hat eine Firma hinzugekauft. Dann gibt es zehn Lösungen und es muss ausgewählt werden, welches der beste Prozess ist." Gerade in Zeiten der Krise spiele das Thema Kostensenkung eine immer größere Rolle.

Der Markt für SAP-Restrukturierungen sei riesengroß, "mindestens genauso groß wie der SAP-Einführungsmarkt". Sulovsky: "Alle, die komplexe SAP-Systemlandschaften haben, werden sich in den nächsten Jahren mit dem Thema SAP-Restrukturierung beschäftigen." cbs sieht sich dabei für den Wettbewerb mit Dienstleistern wie SNP oder SAP selbst gut gerüstet.

Ein Grund dafür ist das 'cbs SHC Framework', das cbs als Service vermarktet. Nach Angaben des Anbieters unterscheidet sich die Lösung durch einen betriebswirtschaftlichen Ansatz von den datenbankorientierten Angeboten der Mitbewerber. Die Systemkonsolidierung kann laut cbs nicht auf der technischen Ebene der Datenbank bewältigt werden, sie sei am besten auf der Ebene der Applikation über Business Objekte zu steuern.

Business Objekte sind beispielsweise Kundenauftrag, Bestellung, Lieferung und Faktura. Auf der Applikationsebene würden die Prozesssicht und die Datensicht in betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen sichtbar und ließen sich miteinander verbinden. Auf der Basis von Business Objekten könne die Migration von ganzen Prozessen simuliert und umgesetzt werden, so dass sich nicht nur Tabelleneinträge, sondern ganze Objekte transformieren und migrieren ließen.

Je Objekt werde die Übernahmemethode definiert, sowie je Objekt oder prozessweise die optimale Migrationsablaufplanung. Das Framework mache die inhaltliche Verknüpfung der Daten sichtbar und ermögliche es, die anwendungslogisch verknüpften Elemente wie Business Objekte und Prozesse einzeln zu migrieren.

Bei anderen Tools fänden dagegen keine betriebswirtschaftliche Organisation oder selektive Migration statt. Die Datenbankumsetzung geschehe dort ohne Iterationsmöglichkeit. Das beginne bei Tests, die nur als Massentests möglich seien - während bei der Migration von Objekten und Prozessen auch objektweise und prozessweise Tests erfolgten.

SHC Framework Architecture

Unternehmen, die das cbs SHC Framework einsetzen, können die SAP-Standardübernahme-Methoden wählen und direkte Tabellenupdates nutzen - oder in einer Mischstrategie dem betriebswirtschaftlichen Ansatz einer Migration auf Basis von Business Objekten folgen.

Ein cbs-Kunde ist die Mannheimer Südzucker AG. Bei Südzucker ging es um die Zusammenführung der Südzucker AG (Deutschland), Saint Louis Sucre (Frankreich), Raffinerie Tirlemontoise (Belgien), Orafti (Belgien und Chile), der Südzucker Bioenthanol GmbH und Palatinit (Deutschland). Mit der Unterstützung von cbs wurden SAP-Systeme konzernweit konsolidiert, SAP-Prozesse standardisiert und SAP-Daten harmonisiert.

Hierzu wurden fünf SAP-Systeme der Südzucker AG und deren Tochtergesellschaften zu einem zentralen Konzern-SAP-ERP verschmolzen. Die Datenübernahme sowie die Harmonisierung der Stammdaten und Organisationsstrukturen erfolgte auf Grundlage des cbs SHC Frameworks.