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01. Dezember 2010

Schon seit 2005 unterstützt die cbs als Partner Bildungsprojekte in Bangladesch. In dem Dorf Uttar Gidari im Norden des Landes entsteht nun seit dem Jahr 2008 eine Grundschule für insgesamt 180 Kinder.
In den Jahren 2005 bis 2007 engagierte die cbs sich im Bereich Grundbildung für 30 Schüler, die ethnischen Minderheiten angehören. Für die Angehörigen dieser Minderheiten ist der Teufelskreis aus Analphabetismus, Armut und Ausgrenzung nur schwer zu durchbrechen.
Die Kinder aus dem Dorf Baoitshandi erlernten in den drei Jahren grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Zu unserer großen Freude erreichten alle Kinder ihr erstes Bildungsziel und besuchen nun eine staatlich anerkannte weiterführende Schule.
Dieser erste Erfolg bestärkte die cbs darin, noch einen Schritt weiter zu gehen und für einen Zeitraum von vier Jahren die Institutionalisierung der Schulbildung auf dem Land zu unterstützen.
Im kommenden Jahr 2011 wollen wir nun die von uns finanzierte Dorfgrundschule Uttar Gidari als staatlich anerkannte Bildungseinrichtung in die finanzielle und organisatorische Obhut der Schulbehörde Bangladeschs übergeben. Dies ist nun seit vier Jahren unser Weihnachtsgeschenk. Ein Geschenk an Kinder in Bangladesch, deren Weg wir nun seit einiger Zeit begleiten dürfen.
![]() Schüler 3. Klasse | ![]() Schülerin Shahana 4. Klasse | ![]() Schülerin 3. Klasse | ![]() Lehrer & Schülerin 4. Klasse | ![]() Schüler Elfan 4. Klasse |
Die Lage in Bangladesch – Elementare Bildung als Weg aus der Armut
In dem südasiatischen Land leben so viele Menschen in Armut wie in den 10 ärmsten afrikanischen Ländern zusammen. Fast fünf Millionen Kinder zwischen 6 und 10 Jahren gehen überhaupt nicht zur Schule, zumeist die Kinder aus den ärmsten Familien. Sie entstammen fast alle den ländlichen Gebieten.
Das Schulsystem in Bangladesch hat große Defizite, so machen weniger als die Hälfte der eingeschulten Kinder den Grundschulabschluss. Zudem ist der Unterricht oft von dürftiger Qualität. In Krisenzeiten müssen ärmere Familien alle Ausgaben streichen, die nicht zum täglichen Überleben notwendig sind. Steigen die Lebensmittelpreise, so sind die Familien oft gezwungen, die Kinder aus der Schule zu nehmen, um die Schulgebühren einzusparen.
Zeitgleich entstehen jedoch immer mehr Koranschulen, eine nicht unproblematische Entwicklung, bestehen doch zum Teil enge Beziehungen zwischen Schulverwaltung und den Lokalgruppen islamistischer Parteien.
![]() Schülerin, 4. Klasse | ![]() Schüler, 4. Klasse | ![]() Unterricht 3. und 4. Klasse |
NETZ – Entwicklungszusammenarbeit mit Bangladesch
Der gemeinnützige Verein Netz e.V. unterstützt Selbsthilfe-Projekte für die Ärmsten der Armen in Bangladesch. Man setzt bei den Ursachen an: Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bildung, Gesundheit und Menschenrechte. Ein Projekt heißt Schulen für die Ärmsten, gezielt für Kinder, die sonst von Bildung ausgeschlossen wären.
Anandolok School – „Die Schule der Glücklichen Leute“
In dem Dorf Uttar Gidari, auf einer Schwemmlandinsel im ländlichen Norden des Landes gelegen, entsteht in Partnerschaft mit der cbs seit dem Jahr 2008 eine Grundschule für insgesamt 180 Kinder. Inzwischen ist die Anzahl der Jungen und Mädchen auf 143 angewachsen, seit Januar 2010 gibt es eine vierte Klasse. Zwei Lehrerrinnen, ein Lehrer sowie eine Hilfskraft sorgen für regelmäßigen Unterricht Außerdem werden 30 Kinder in einer Vorschulklasse unterrichtet.
Ein Supervisor überprüft die Qualität des Unterrichts und bildet die Lehrkräfte weiter; das alles mit dem Ziel, über 90% eines Jahrgangs den Abschluss zu ermöglichen. Über die Hälfte der Kinder sind Mädchen; da die Eltern oft weniger Wert auf deren Ausbildung legen, werden sie gezielt gefördert.
Systematisch werden Kinder aus den ärmsten Familien eingeschult, und ihnen werden die Schulgebühren erlassen. Mit dem Ergebnis, dass seit 2008 noch kein Kind die Schule verlassen hat. Unterrichtet werden Bengalisch, Englisch und Mathematik, ab der dritten Klasse auch Sach- und Sozialkunde und Kultur. An sechs Tagen der Woche wird unterrichtet. Eine politisch neutrale Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung der Demokratie in Bangladesch.
Einmal im Jahr werden die Kinder von einem Ärzteteam untersucht und erhalten daraufhin die nötigen Medikamente. Zunächst mussten jedoch die zwei Gebäude errichtet werden mit den drei Klassenräumen, dem Lehrerzimmer und der Toilette, getrennt für Jungen und Mädchen.
Musste man letztes Jahr den letzten Weg zur Schule auf rotem Schotter zurücklegen, gibt es nun eine asphaltierte Straße, die direkt an der Schule vorbeiführt und mehrere Dörfer verbindet. Direkt an der Schule gibt es nun einen Laden und einen Stand für Kleinbusse. Unsere Schule entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Treffpunkt im Dorf.
Kein Wunder, dass die Dorfbewohner sie bereits jetzt liebevoll Anondolok School nennen: „Die Schule der glücklichen Leute“.
2011 – Übergabe an die Schulbehörde in Bangladesch
Das nächste Jahr wird spannend: Ab Januar 2011 wird es eine fünfte Klasse geben, die Anzahl der Schüler wird erstmals 180 erreichen. Vor allem geht es uns darum, dass das von der cbs unterstützte Projekt als staatliche Schule voll anerkannt wird und die Schule in Zukunft von der Schulbehörde in Bangladesch weiter geführt wird. Nachdem uns die Kinder in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind, hoffen wir auf einen erfolgreichen Abschluss dieses Projekts.
Drücken Sie uns und den Kindern die Daumen!
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Entwicklungshilfeorganisation NETZ Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit e.V. www.bangladesch.org.