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Titelinterview mit Nina Seiler in der Fachzeitung DV-Dialog

Die Consulting Direktorin spricht über das richtige Vorgehen und den Mehrwert einer SAP S/4HANA-Transformation.

 

Transformationen von Geschäftsprozessen und Systemlandschaften scheitern nicht an der Vision, sondern an der Realität. Die Ableitung konkreter Zielbilder gestaltet sich oft schwierig. Genau deshalb gilt es, bereits frühzeitig anzusetzen, bei der Vorstudie.

Warum tun sich so viele Unternehmen schwer mit S/4 und zögern mit Migration? Wie lässt sich in einem solchen Projekt die richtige Balance finden zwischen Brownfield und Greenfield, zwischen „Bewährtes mitnehmen“ und „Prozesse neu definieren“? Wie gleiche ich die strategischen Business-Ziele eines Unternehmens mit der künftigen Geschäftsplattform ab? Wie geht man mit dem Thema Daten um? Woher kommt der Mehrwert bei einer S/4-Umstellung? Diese und weitere Fragen sind Teil des ausführlichen Gesprächs, das der DV-Dialog-Redakteur Berthold Wesseler mit Nina Seiler führte. Das Interview ist in der Ausgabe 11-12/2023 erschienen.

Nina Seiler kennt komplexe Business Transformationen aus allen Perspektiven. Sie startete ihre Berufslaufbahn 2006 als Trainee im Consulting-Bereich. 2015, im Jahr der S/4-Markteinführung, leitete sie bereits ihr erstes großes Migrationsprojekt. Nach der Leitung zahlreicher weiterer Projekte in aller Welt folgte eine Auszeit, bedingt durch die Geburt ihrer beiden Kinder.

Das richtige Innovationstempo zu finden, ist ein kniffliger Balance-Akt.
Nina Seiler
Consulting Director

Seiler rät, alles, was der Kunde als Problem ansieht, bereits im Vorfeld zu klären und aus dem Weg zu räumen: „Wie groß sollten wir das Projekt anlegen? Wo sollen wir anfangen? Wo sollen wir aufhören? Sind Teilprojekte sinnvoll? Und in welche „Häppchen“ sollte das Vorhaben aufgeteilt werden? Manchmal kann es auch sinnvoll sein, bestimmte Innovationen bereits vor dem eigentlichen Migrationsprojekt anzugehen – wie beispielsweise die Business-Partner-Implementierung oder die Einführung des New G/L.“

 

Den Projekt-Scope im Vorfeld definieren 

 

Welche Vorgehensweise empfehlt sie bei der Umstellung? Seiler weiß: „Oft ist eine Plateau-Strategie am besten. Als erstes Plateau wird hierbei ein ‚Minimal Viable Product‘ definiert – also eine erste funktionsfähige Iteration des neuen ERP-Systems, die dazu dient, möglichst schnell aus dem Nutzerfeedback zu lernen und so von Beginn an Fehlentwicklungen verhindern. In einem agilen Projekt würde man von einem ‚ersten Wurf‘ sprechen. Mit dem nächsten Wurf werden dann Prozesse und Features nachgelegt und weitere Optimierungen vorgenommen. Aufbauend auf Plateau 1, also dem ersten großen, aber noch verdaubaren Move, folgen dann im Nachgang selektiv die weiteren Optimierungsschritte. Die Entscheidungen sind dabei sehr transparent: Was kommt in den Scope des Projektes und was nicht? Das alles wird gemeinsam mit dem Kunden definiert und dann im Rahmen des Change-Managements auch an alle Stakeholder kommuniziert.“