End-to-End Manufacturing beginnt mit einer zentralen Datenbasis
Im SAP Experience Center Walldorf wird aktuell ein Produktionsszenario gezeigt, das eine zentrale Frage moderner Fertigungsorganisationen greifbar macht: Wie lassen sich Produktionsdefinition, Ausführung, Qualitätssicherung und Logistik auf einer durchgängigen Daten- und Prozessbasis zusammenführen? Gemeinsam mit SAP hat cbs dafür eine End-to-End-Manufacturing-Story entwickelt, die den integrativen & ganzheitlichen Prozess einer Produktentstehung von der Produktstruktur über den Kundenauftrag bis zur Chargendokumentation und Lagerlogistik abbildet.
Das zugrunde liegende Szenario stammt aus der Pharmaindustrie. Es umfasst die virtuelle Herstellung eines Produkts, die reale Verpackung auf einer integrativ vernetzten Produktionsanlage, die digitale Werkerführung, die Maschinenintegration, den elektronischen Batch Record sowie die logistische Nachverfolgung bis in das Lager. Gleichzeitig adressiert der Showcase Fragestellungen, die auch in der Chemieindustrie, bei Consumer Products und in Teilen der diskreten Fertigung auf der Agenda stehen: Variantenmanagement, durchgängige Datennutzung, standardisierte Prozesse und transparente Produktionsabläufe.
Im Zentrum dieser Architektur steht ein Konzept, das zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnt: der zentrale Master Batch Record (MBR) bzw. Device Master Record (DMR) mit zentaler Datenhaltung als Single Point of Truth.
Warum die Produktionsdefinition strategisch wird
Produktionsrelevante Informationen verteilen sich in vielen Fertigungsumgebungen auf unterschiedliche Systeme. Arbeitsanweisungen, Prozessparameter, Rezepturen, Qualitätsanforderungen und Maschineninformationen werden mehrfach gepflegt, synchronisiert und validiert. Daraus entstehen zusätzliche Aufwände bei Änderungen, Rollouts und Compliance-Prozessen.
Der im Showcase gezeigte Ansatz verfolgt einen anderen Weg. Die Produktionsdefinition wird zentral verwaltet und versioniert. Der Master Batch Record bildet dabei die fachliche Grundlage für Produktionsabläufe, Prozesslogiken, Arbeitsanweisungen und Parameter für Prozess, Maschine, etc. Diese Informationen werden nahtlos an die ausführenden Systeme wie beispielsweise Planung, SAP DM und SAP EWM übergeben und entlang des gesamten Prozesses genutzt.
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Für Produktionsverantwortliche entsteht dadurch eine konsistente Sicht auf den Produktionsprozess. Die Pflege redundanter Stammdatenbestände wird reduziert, Änderungen werden kontrollierter umgesetzt und globale Standards lassen sich einfacher etablieren. Gleichzeitig bleibt ausreichend Flexibilität, um standort- oder produktspezifische Anforderungen abzubilden.
Von der Auftragsanlage bis zum Batch Release
Der im SAP Experience Center gezeigte Showcase verdeutlicht, wie aus einer zentralen Produktionsdefinition ein durchgängiger Produktionsprozess entsteht. Ausgangspunkt ist ein Kundenauftrag, dessen produkt- und marktspezifische Merkmale direkt in die Produktionsdefinition einfließen. Daraus werden die relevanten Prozessschritte, Arbeitsanweisungen und Maschinenparameter abgeleitet und den auszuführenden Systemen zur Abarbeitung übergeben.
Im nächsten Schritt erfolgt die Materialbereitstellung. Chargeninformationen, Auftragsdaten und Produktionstermine stehen den beteiligten Systemen konsistent zur Verfügung. Dadurch entsteht eine belastbare Grundlage für die Produktionsvorbereitung und die spätere Rückverfolgbarkeit.
Während der Ausführung übernimmt SAP Digital Manufacturing die Rolle des Execution Layers. Werker werden durch den Prozess geleitet durch die einzelnen Arbeitsschritte geführt. Arbeitsanweisungen, Checklisten und elektronische Signaturen stehen kontextbezogen zur Verfügung. Die Inhalte richten sich nach den im MBR definierten Vorgaben und passen sich an den jeweiligen Produktionskontext an.

Besonders sichtbar wird die Durchgängigkeit bei der Maschinenintegration. In dem Showcase werden vom SAP ERP die Produkt- und Prozessdefinitionen bereitgestellte Sollwerte birektional mit der Maschine kommuniziert und dokumentiert. Auftragsbezogene Informationen werden an die Maschine übergeben, Maschinenereignisse und Statusdaten fließen zurück in den Produktionsprozess. Varianten, Zielländer oder Druckparameter bleiben damit bis auf Shopfloor-Ebene konsistent nachvollziehbar.
Qualität, Compliance und Dokumentation als integrierter Prozess
Regulierte Industrien stellen hohe Anforderungen an Transparenz und Dokumentation. Die Qualität relevanter Produktionsdaten entscheidet unmittelbar über Freigabeprozesse, Audits und die Verfügbarkeit von Produkten.
Im gezeigten Szenario werden Qualitätsereignisse, Maschinenmeldungen und Produktionsdaten kontinuierlich erfasst und im produktbezogenen einem elektronischen Batch Record zusammengeführt. Die Dokumentation entsteht dabei als Bestandteil der laufenden Execution. Produktions- und Qualitätsinformationen stehen im Kontext der jeweiligen Charge zur Verfügung und lassen sich nachvollziehbar auswerten.
Ein weiterer Baustein ist der Review-by-Exception-Ansatz. Freigabeprozesse konzentrieren sich auf dokumentierte Abweichungen, während regelkonforme Prozessschritte automatisiert berücksichtigt werden können. Dadurch entstehen Potenziale zur Beschleunigung von Batch-Review- und Batch-Release-Prozessen. Gleichzeitig bleiben Auditierbarkeit und Nachvollziehbarkeit erhalten.
Die Verbindung von Produktion und Logistik
Die Manufacturing Story endet nicht am letzten Produktionsschritt. Materialverbräuche, Chargeninformationen und Produktionsfortschritte werden an die logistischen Folgeprozesse übergeben. Die Integration mit Lagerprozessen ermöglicht eine durchgängige Steuerung von Materialbereitstellung, Wareneingang und Bestandsführung.
Gerade in Produktionsnetzwerken mit hoher Variantenvielfalt und kurzen Lieferzeiten gewinnt diese Transparenz an Bedeutung. Informationen stehen dort zur Verfügung, wo Entscheidungen getroffen werden. Medienbrüche werden reduziert und Prozessverantwortliche erhalten einen konsistenten Blick auf Produktion und Logistik.
Ein Blick auf die nächste Stufe der Manufacturing Excellence
Die Diskussion über digitale Produktion wird häufig von einzelnen Technologien geprägt. Für produzierende Unternehmen steht jedoch die Frage im Vordergrund, wie Prozesse, Daten und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenwirken. Genau diesen Zusammenhang macht die im SAP Experience Center gezeigte End-to-End-Manufacturing-Story sichtbar.
Der zentrale Master Batch Record fungiert dabei als Rückgrat einer integrierten End-to-End Manufacturing Business Suite. Auf dieser Grundlage entstehen durchgängige Prozesse von der Produktionsdefinition über die Ausführung bis hin zu Qualitätssicherung, Chargendokumentation und Logistik. Das Ergebnis ist eine Produktionsarchitektur, die Standardisierung, Skalierbarkeit und Compliance miteinander verbindet.
End-to-End Manufacturing live erleben
Wie dieser Ansatz in der Praxis wirkt, lässt sich gemeinsam mit cbs in der S.Factory im SAP Experience Center Walldorf erleben. Der End-to-End-Showcase macht transparent, wie eine zentrale Produktionsdefinition Medienbrüche reduziert, Änderungen kontrollierter in die Ausführung überführt und Produktions-, Qualitäts- sowie Logistikprozesse durchgängig verbindet. So erhalten Entscheider eine konkrete Grundlage, um Potenziale für Standardisierung, Skalierbarkeit und Compliance in der eigenen Produktionslandschaft zu bewerten.
Individuelle Live-Demo in der S.Factory anfragen und Potenziale für die eigene Produktion bewerten.