Veraltete Vorgabezeiten beeinträchtigen Produktionsplanung, Kalkulation und Liefertreue – moderne KI-gestützte Ansätze schaffen dagegen Transparenz, entlasten die Arbeitsvorbereitung und verbessern zentrale KPIs wie OEE, Termintreue und Stückkosten.
Trotzdem werden Vorgabezeiten in vielen Fertigungsunternehmen einmal definiert und dann über Jahre hinweg nicht mehr hinterfragt. Mit der Zeit entstehen dadurch immer mehr Abweichungen zwischen geplanten Vorgabezeiten und tatsächlichen Bearbeitungszeiten. Die Folge: Veraltete Vorgabezeiten beeinträchtigen sowohl die Produktionsplanung als auch die Produktkostenkalkulation. Unnötige Wartezeiten, verlängerte Durchlaufzeiten oder eingeschränkte Liefertreue sind direkte Auswirkungen.
Die Ursachen liegen oft im Tagesgeschäft: Zeitaufnahmen sind aufwendig, binden wertvolle Ressourcen und lassen sich bei hoher Variantenvielfalt kaum wirtschaftlich umsetzen. Das Thema bleibt ungelöst. Vorgabezeiten werden übernommen, weiterverwendet oder geschätzt – selbst, wenn sie längst nicht mehr zur Realität passen. Dabei gibt es heute deutlich effizientere Wege, um Vorgabezeiten zu optimieren, ganz ohne klassische Zeitstudien mit der Stoppuhr.
Warum herkömmliche Methoden nicht ausreichen
In der Arbeitsvorbereitung ist die Problematik seit Langem bekannt: Die Erhebung und Pflege von Vorgabezeiten ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Besonders in der diskreten Fertigung, wo unterschiedlichste Produktvarianten und Fertigungstypen parallel laufen, ist eine systematische Zeitaufnahme kaum umsetzbar.
Die Folge: Vorgabezeiten veralten schleichend, Abweichungen zwischen Soll und Ist bleiben unbemerkt und führen zu fehlerhaften Planungen. Produktionsengpässe, unnötige Bestände und ungenaue Kalkulationen entstehen, weil die zugrunde liegenden Daten ihre Gültigkeit verloren haben. Dennoch wird das Thema oft aufgeschoben, nicht aus Desinteresse, sondern weil der Aufwand mit klassischen Methoden abschreckend wirkt.
Viele in der Arbeitsvorbereitung wissen, dass ihre Vorgabezeiten nicht mehr der Realität entsprechen. Auch das Bauchgefühl verrät, an welchen Arbeitsplätzen die größten Diskrepanzen auftreten. Doch eine praxistaugliche, kontinuierliche Lösung fehlt, der Satz „Eigentlich müssten wir das mal angehen, aber …“ steht sinnbildlich für das Problem. Und so bleiben wertvolle Potenziale ungenutzt. Zeit, die eigenen Vorgabezeiten zu optimieren – mit einem neuen Ansatz.
Der neue Weg: Vorgabezeiten optimieren mit Künstlicher Intelligenz
Genau hier setzt ein moderner, KI-gestützter Ansatz an: Statt auf manuelle Zeitaufnahmen zurückzugreifen, nutzt die Lösung vorhandene Daten aus ERP-, MES-, MDE- und BDE-Systemen. Diese Produktionsdaten sind in vielen Unternehmen bereits in guter Qualität verfügbar – insbesondere dann, wenn moderne Cloud-MES-Lösungen wie SAP Digital Manufacturing im Einsatz sind. Sie bieten eine verlässliche Datenbasis, auf der ein kontinuierliches Optimierungssystem aufbauen kann.
Der Abgleich von Vorgabezeiten und Ist-Zeiten erfolgt automatisiert. Abweichungen werden systemgestützt erkannt, ohne dass die Arbeitsvorbereitung manuell analysieren muss. Die Lösung berücksichtigt dabei die realen Gegebenheiten im Shopfloor. Auch wenn Rückmeldedaten nicht immer vollständig oder perfekt sind, liefert das System wertvolle Hinweise zur Optimierung von Vorgabezeiten und identifiziert systematisch die kritischsten Bereiche.
Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die KI erkennt Muster in den Abweichungen und generiert konkrete Vorschläge für realistische, optimierte Vorgabezeiten. Der Arbeitsvorbereiter behält dabei jederzeit die Kontrolle: Die Vorschläge können geprüft, angepasst und freigegeben werden. Zudem lassen sich die Ergebnisse gezielt in den KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) einbringen, für strukturierte und nachhaltige Prozessoptimierung.
Der Vorteil: Der Abgleich von Ist- und Soll-Zeiten wird zu einem automatisierten Bestandteil des Tagesgeschäfts. Vorgabezeiten bleiben aktuell und verlässlich, ohne manuelle Zeitaufnahmen.
Wertschöpfung durch valide Vorgabezeiten: Warum sich die Optimierung rechnet
Realistische, aktuelle Vorgabezeiten sind ein zentraler Hebel für die Effizienz in der Fertigung. Sie bilden die Basis für belastbare Kapazitäts- und Terminplanung, für präzise Kalkulationen und für eine wirtschaftliche Steuerung des Shopfloors. Wer hier systematisch optimiert und automatisiert, schafft Freiräume für produktive Arbeit in der Arbeitsvorbereitung und eine valide Datengrundlage zur Planung von Ressourcen, Kundenterminen und Kosten.
In Summe trägt die Optimierung von Vorgabezeiten direkt zur Verbesserung zentraler KPIs bei: OEE, Termintreue und Stückkosten lassen sich messbar beeinflussen, ohne ständige Zeitaufnahmen oder aufwendige Prozessänderungen, ausschließlich durch den fortlaufenden, automatisierten Abgleich von Stamm- und tatsächlicher Produktionsdaten.
Der Fast Value Ansatz von cbs
Der Einstieg in diesen neuen Weg ist einfacher als gedacht. Der cbs Fast Value Ansatz ermöglicht eine schrittweise, zielgerichtete Umsetzung. In mehreren Etappen – sogenannten Plateaus – wird messbarer Mehrwert geschaffen:
- Abweichungen sichtbar machen
Im ersten Schritt erfolgt der systematische Abgleich zwischen Vorgabezeiten und tatsächlichen Rückmeldedaten. Dadurch entsteht ein belastbares Bild, an welchen Stellen signifikante Abweichungen auftreten und somit eine fundierte Grundlage für den nächsten Schritt. - Ursachen analysieren
Im Anschluss werden die Gründe für die Abweichungen untersucht: veraltete Arbeitspläne, veränderte Abläufe oder neue Varianten, all das kann Einfluss auf die Gültigkeit der Vorgabezeiten haben. - Optimierungsvorschläge nutzen
Die KI schlägt realistische, datenbasierte Vorgabezeiten vor. Die Arbeitsvorbereitung entscheidet, welche Vorschläge übernommen werden oder wo gezielte Zeitaufnahmen erforderlich sind, etwa bei neuen, komplexen oder seltenen Prozessen. Zeitaufnahmen werden dadurch fokussierter und effizienter. - Dauerhafte Aktualisierung
In der finalen Phase wird der kontinuierliche Abgleich automatisiert. Vorgabezeiten werden dauerhaft aktuell gehalten, manuelle Pflegeaufwände reduziert.
Das Beste: Bereits nach wenigen Wochen sind erste Effekte im Tagesgeschäft sichtbar. Die Lösung ist flexibel und skalierbar – weitere Fertigungsbereiche lassen sich Schritt für Schritt integrieren.
Vorteile der KI-gestützten Optimierung von Vorgabezeiten
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Verlässliche Plan- und Kalkulationsdaten
- Wegfall manueller Zeitstudien – Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten
- Mehr Transparenz bei hoher Produktvielfalt
- Reduzierte Wartezeiten, Puffer und Durchlaufzeiten
- Stabilere Prozesse und bessere Ressourcennutzung
- Direkte Wirkung auf OEE, Termintreue und Stückkosten
- Skalierbare Prozessverbesserung ohne Systemwechsel
Fazit: Vorgabezeiten neu denken und gezielt optimieren
Vorgabezeiten optimieren muss kein ungelöstes Dauerproblem bleiben. Mit einem KI-gestützten Ansatz und einem strukturierten Fast Value Vorgehen lassen sich Vorgabezeiten effizient, verlässlich und nachhaltig verbessern. Die Stoppuhr hat dabei ausgedient, stattdessen wird die Optimierung Teil des digitalen Shopfloor-Managements.
Der Weg ist praxisnah, effizient und zeigt schnell Wirkung, auch dann, wenn Rückmeldungen im Alltag nicht immer perfekt sind. Die Lösung schafft Transparenz, erleichtert die Arbeit der Arbeitsvorbereitung und unterstützt den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. So wird die Optimierung von Vorgabezeiten zum Erfolgsfaktor für stabile, effiziente Fertigungsprozesse.
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