Neue Möglichkeiten für flexible, anwenderorientierte Shopfloor-Oberflächen
Viele Unternehmen nutzen ihre Production Operator Dashboards (PODs) seit Jahren als zentrale Benutzerschnittstelle im Shopfloor. Über die Zeit wurden neue Funktionen ergänzt, zusätzliche Informationen eingebunden und individuelle Anforderungen umgesetzt. Das Ergebnis sind häufig leistungsfähige, aber komplexe Bedienoberflächen, die historisch gewachsen sind.
Mit dem Production Operator Dashboard (POD) 2.0 hat SAP das zugrunde liegende Framework grundlegend weiterentwickelt. Neue Konfigurationsmöglichkeiten, flexiblere Layouts und ein deutlich stärkerer Fokus auf User Experience schaffen zusätzliche Freiräume bei der Gestaltung von Shopfloor-Anwendungen. Gleichzeitig rückt die Werkerführung stärker in den Mittelpunkt. Informationen, Funktionen und Prozessschritte lassen sich gezielter an unterschiedliche Rollen, Qualifikationen und Arbeitssituationen anpassen.

Für Unternehmen, die SAP Digital Manufacturing einsetzen oder aktuell ihre MES-Landschaft modernisieren, gewinnt SAP POD 2.0 damit zunehmend an Bedeutung. Entscheidend ist weniger die technische Einführung des neuen Frameworks als die Frage, wie sich die neuen Möglichkeiten für eine effizientere und anwendergerechte Werkerführung nutzen lassen.
Warum SAP die Werkerführung neu aufgestellt hat
Die Anforderungen an Produktionsmitarbeiter haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Produktvarianten nehmen zu, Prozesse werden komplexer und digitale Informationen müssen immer häufiger direkt im Arbeitskontext bereitgestellt werden.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Bedienbarkeit von Anwendungen. Anwender wünschen sich kurze Reaktionszeiten, intuitive Oberflächen und genau die Informationen, die sie für ihren aktuellen Arbeitsschritt benötigen.
Vor diesem Hintergrund hat SAP das POD-Framework neu aufgestellt. Ziel ist es, Unternehmen mehr Gestaltungsspielraum bei der Entwicklung von Werkeroberflächen zu geben und gleichzeitig den Aufwand für individuelle Entwicklungen durch einen stärker Low-Code-/No-Code-orientierten Ansatz zu reduzieren.
Für viele Unternehmen eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, bestehende Konzepte der Werkerführung zu überprüfen und an aktuelle Anforderungen anzupassen.
Mehr Flexibilität bei Layout und Benutzerführung
Eine der sichtbarsten Veränderungen betrifft die Gestaltung der Oberflächen selbst. Während frühere POD-Konzepte stark von vorgegebenen Strukturen und festen Plugin-Konzepten geprägt waren, bietet SAP POD 2.0 deutlich mehr Freiheiten bei Layout, Navigation und Informationsdarstellung. Einzelne Widgets können flexibel kombiniert, angeordnet und konfiguriert werden. Änderungen lassen sich direkt im WYSIWYG-Editor visualisieren, wodurch die Entwicklung und Anpassung von Oberflächen deutlich effizienter wird.
Unternehmen erhalten dadurch die Möglichkeit, Oberflächen stärker an den tatsächlichen Arbeitsabläufen auszurichten. Informationen können genau dort bereitgestellt werden, wo sie benötigt werden. Gleichzeitig lassen sich unterschiedliche Anforderungen verschiedener Nutzergruppen innerhalb eines gemeinsamen Frameworks abbilden.
User Experience wird zum Erfolgsfaktor im Shopfloor
Die technische Umsetzung von Produktionsprozessen allein entscheidet heute nicht mehr über den Erfolg einer Shopfloor-Anwendung. Ebenso wichtig ist die Frage, wie intuitiv und effizient Mitarbeiter mit den bereitgestellten Informationen arbeiten können.

SAP POD 2.0 schafft die technischen Voraussetzungen, um diese Unterschiede gezielt zu berücksichtigen. Oberflächen können rollenbasiert aufgebaut und an individuelle Anforderungen angepasst werden. Informationen erscheinen kontextabhängig und unterstützen Mitarbeiter genau in der jeweiligen Arbeitssituation.
Dadurch entwickelt sich Werkerführung von einer statischen Oberfläche zu einem flexiblen Werkzeug, das Anwender aktiv bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt.
Neue Funktionen schaffen zusätzliche Möglichkeiten
Neben den Verbesserungen bei Layout und User Experience erweitert SAP POD 2.0 auch den funktionalen Spielraum.
Ein zentrales Beispiel ist die Verarbeitung von Benutzereingaben innerhalb der Oberfläche. Über Events und Actions können Informationen, die ein Anwender eingibt, direkt genutzt werden, um Prozesse anzustoßen, Dialoge zu steuern oder weitere Informationen bereitzustellen.
Dadurch entstehen zahlreiche Anwendungsfälle für moderne Werkerführung:
- Benutzeranmeldungen innerhalb der Oberfläche
- Support- und Serviceanfragen
- Kontextabhängige Dialoge
- Rollenbasierte Navigation
- Dynamische Informationsdarstellung
- Formularbasierte Datenerfassung
Viele Anforderungen, die bislang individuelle Entwicklungen erforderten, lassen sich dadurch deutlich einfacher umsetzen.
Dashboards und Informationen direkt im Arbeitskontext
Produktionsmitarbeiter und Schichtverantwortliche wechseln häufig zwischen verschiedenen Anwendungen, um relevante Informationen abzurufen. Kennzahlen werden in separaten Dashboards analysiert, Arbeitsanweisungen in Dokumentensystemen bereitgestellt und Produktionsdaten in weiteren Anwendungen recherchiert.
SAP POD 2.0 erleichtert die Integration solcher Inhalte in die eigentliche Arbeitsumgebung. Über die Einbindung externer Anwendungen können beispielsweise Dashboards aus SAP Digital Manufacturing Insights oder SAP Analytics Cloud direkt innerhalb der Werkeroberfläche bereitgestellt werden.
Auch Arbeitsanweisungen, technische Dokumentationen oder interne Wissensplattformen lassen sich in den jeweiligen Prozesskontext integrieren. Anwender erhalten damit Zugriff auf die benötigten Informationen, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen.
Standardisierungspotenziale neu bewerten
Viele Unternehmen haben ihre bestehenden POD-Landschaften über Jahre hinweg erweitert und an individuelle Anforderungen angepasst. Dadurch sind häufig zahlreiche Eigenentwicklungen entstanden, die gewartet, getestet und bei neuen Releases berücksichtigt werden müssen.

SAP POD 2.0 bietet die Gelegenheit, bestehende Lösungen kritisch zu hinterfragen. Insbesondere Unternehmen mit einem hohen Anteil individueller Plugins sollten prüfen:
- Welche Eigenentwicklungen werden tatsächlich noch benötigt?
- Welche Anforderungen lassen sich inzwischen im Standard abbilden?
- Wo können Wartungsaufwände reduziert werden?
- Welche Funktionen sollten im Rahmen einer Modernisierung neu gestaltet werden?
In vielen Projekten entstehen dadurch Potenziale für Standardisierung, geringere Betriebskosten und eine höhere Zukunftssicherheit.
Migration als strategische Aufgabe verstehen
Für bestehende SAP-DM-Kunden stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem weiteren Umgang mit SAP POD 1.0.
Die aktuelle Generation bleibt weiterhin funktionsfähig. Gleichzeitig konzentriert SAP die Weiterentwicklung neuer Funktionen auf das POD-2.0-Framework. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig Transparenz über ihre bestehende POD-Landschaft schaffen und mögliche Migrationspfade bewerten.
Dabei lohnt es sich, die Migration nicht ausschließlich als technisches Projekt zu betrachten. Die Einführung von SAP POD 2.0 bietet die Möglichkeit, bestehende Oberflächenkonzepte zu überarbeiten, Nutzeranforderungen neu zu bewerten und die Werkerführung stärker an den tatsächlichen Prozessen auszurichten.
Besonders bei umfangreichen Custom Plugins empfiehlt sich eine strukturierte Analyse, um Aufwand, Nutzen und Standardisierungspotenziale realistisch einschätzen zu können.
Erfahren Sie, wie Sie mit dem neuen SAP Produktion-Operator-Dashboard-Konzept Entwicklungsaufwand reduzieren und gleichzeitig die Werker-Produktivität steigern.
Erfolgreiche POD-2.0-Projekte beginnen mit dem Fachbereich
Die Einführung moderner Werkerführung ist keine rein technische Aufgabe. Erfolgreiche Projekte starten in der Regel mit einer Analyse der bestehenden Prozesse und Anforderungen. Gemeinsam mit Produktionsverantwortlichen, Key Usern und Werkern werden Nutzungsszenarien definiert, Mockups entwickelt und erste Prototypen erstellt.
Durch die frühe Einbindung der späteren Anwender lassen sich Anforderungen präziser erfassen und Akzeptanz frühzeitig aufbauen. Gleichzeitig entsteht eine belastbare Grundlage für die spätere Umsetzung innerhalb von SAP Digital Manufacturing.
Fazit
SAP POD 2.0 erweitert die Möglichkeiten für die Gestaltung moderner Werkerführung erheblich. Flexiblere Layouts, konfigurierbare Widgets und neue Ansätze für die User Experience schaffen zusätzliche Freiräume bei der Entwicklung von Shopfloor-Anwendungen.
Für Unternehmen eröffnet sich die Chance, historisch gewachsene Bedienkonzepte zu überdenken, Standardisierungspotenziale zu identifizieren und die Werkerführung konsequent an den Anforderungen der Produktion auszurichten.
Wer sich frühzeitig mit den Möglichkeiten von SAP POD 2.0 beschäftigt, schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Shopfloor Experience innerhalb von SAP Digital Manufacturing. Dafür bieten wir beispielsweise eine Klick-Demo, die einen ersten eigenen Eindruck vermittelt. Wenn Sie die Möglichkeiten konkreter erleben möchten, fragen Sie gerne nach einer SAP POD 2.0 Live-Demo, beispielsweise in der S.Factory im SAP Experience Center, oder steigen Sie mit unserem SAP DM POD 2.0 Training noch tiefer in das Thema ein.