Wie Selective Data Transition (SDT) Unternehmen echten Mehrwert bringt
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre SAP-Systemlandschaften in die Zukunft zu führen. Dabei geht es nicht nur um Technik. Es geht darum, die Systeme so weiterzuentwickeln, dass sie künftigen Geschäftsanforderungen gerecht werden, neue Möglichkeiten eröffnen und gleichzeitig Risiken beherrschbar bleiben. Auf diese Weise schaffen Unternehmen die Grundlage für eine zukunftsfähige Enterprise-Architektur, die den Prinzipien des Agentic Enterprise folgt und die SAP-Vision einer flexiblen, selbststeuernden Organisation unterstützt.
Eine erfolgreiche S4HANA-Transformation folgt dabei keinem starren Blueprint: Sie muss individuell auf die Unternehmensstrategie, bestehende Systeme und Prozesse sowie auf organisatorische Gegebenheiten abgestimmt werden. Mit Selective Data Transition (SDT) erhalten Unternehmen ein strategisches Instrument, um diesen individuellen Transformationspfad gezielt umzusetzen.
Was ist Selective Data Transition (SDT)?
Selective Data Transition ist ein Ansatz, der Unternehmen die Freiheit gibt, bei der Migration zu S4HANA genau zu entscheiden, welche Daten, Prozesse und Systeme übernommen, welche angepasst und welche bewusst zurückgelassen werden. Anders als bei einem klassischen Greenfield-Ansatz (Neuimplementierung) oder einer reinen technischen System-Conversion (Brownfield) erfolgt die Transformation schrittweise, gezielt und wertorientiert. SDT ermöglicht es, die Migration so zu steuern, dass bestehende Prozesse geschützt bleiben, der Geschäftsbetrieb stabil weiterläuft und gleichzeitig die Systeme optimal auf kommende Anforderungen vorbereitet werden. Dabei wird nicht nur die Technologie betrachtet: SDT verbindet strategische Planung, Prozessanpassung und Datenmigration zu einem integrierten, geschäftsorientierten Vorgehen.
Drei erfolgreiche Transformationswege für unterschiedliche Unternehmenssituationen
In der Praxis zeigt sich, dass es nicht den einen richtigen Transformationsweg gibt. SDT ermöglicht es, je nach Zielsetzung und Komplexität der Organisation unterschiedliche Ansätze zu verfolgen. Folgende Beispiele verdeutlichen dies:
- Fast-Value-Transformation:
Kemira strebte die Einführung einer globalen, digitalen Plattform in S/4HANA Private Cloud an. Das Projekt umfasste die gesamte Organisation und alle Geschäftsprozesse weltweit. Ausgehend von einem soliden ERP-Template wurde das Ziel verfolgt, ein zukunftsorientiertes, skalierbares und effizientes System aufzubauen, das neue digitale Möglichkeiten optimal nutzt. In nur 15 Monaten konnte eine Big-Bang-Live-Migration von 60 Company Codes und 400 PLs umgesetzt werden, einschließlich der Integration von sechs On-Premise-Schnittstellen und Lösungen wie DataSphere und SAP Analytics Cloud. Dieses Beispiel zeigt, dass mit einer klaren Strategie und SDT selbst große, komplexe Transformationen schnell und planbar implementiert werden können. - Wave-basedApproach
Nicht jedes Unternehmen transformiert alles gleichzeitig. Blanc & Fischer hatte es sich zum Ziel gesetzt, End-to-End-Geschäftsprozesse zu digitalisieren und eine harmonisierte, standardisierte globale Organisation aufzubauen. Die Transformation wurde in kleinere, organisatorische Wellen unterteilt, jede mit eigenem Zeitplan. So konnten Innovationen schrittweise eingeführt werden, während das Tagesgeschäft stabil weiterlief. Beispielhaft wurde in der ersten Welle ein Greenfield-Finanzansatz umgesetzt, während die Logistik nahezu ohne Unterbrechung weiterarbeitete. Das Projekt umfasste 24 Länder, zwei digitale Innovationsplattformen und ein zentrales Stammdaten-System. Dieses Vorgehen zeigt, wie SDT maximale Flexibilität für komplexe, mehrstufige Transformationen bietet. - Plateau-basierte Transformation
Das Projekt bei Dr. Oetker veranschaulicht, wie ein älteres ERP-System schrittweise modernisiert werden kann. Der Ansatz begann mit einer Finanz-Transformation, bei der Prozesse und Daten harmonisiert und standardisiert wurden. Dadurch erreichte das Programm ein erstes stabiles Innovations-Plateau, von dem ausgehend die nächsten Schritte erfolgen konnten. Anschließend wurden zwei Legacy-ERP-Systeme in ein S/4-System zusammengeführt. Der Big-Bang-Go-Live umfasste 99 Company Codes in 30 Ländern, bei extrem geringer technischer Downtime von nur 48 Stunden. Durch die aufeinander abgestimmten Plateaus konnte Innovation schrittweise eingeführt, Risiken reduziert und Stabilität gewährleistet werden.
Die Vorteile von SDT für Unternehmen
Die Beispiele aus der Praxis zeigen, dass SDT messbaren Mehrwert schafft. Denn es ermöglicht Unternehmen, Transformationen gemäß individueller Anforderungen, kontrolliert und flexibel umzusetzen. Zusammenfassend zeigen sich folgende Vorteile:
- Minimale Betriebsunterbrechung: Der Tagesbetrieb läuft weiter, während die Transformation Schritt für Schritt erfolgt. Downtime wird gezielt auf das notwendige Minimum reduziert.
- Gezielte Datenmigration: Nur relevante Daten werden übernommen, Altlasten werden bewusst ausgelassen. Das reduziert Komplexität und Risiken.
- Transparenz und Kontrolle: Durch kontinuierliche Validierung und klare Governance-Strukturen wissen Unternehmen jederzeit, wo sie im Projekt stehen. Compliance, Qualität und Business Continuity sind garantiert.
- Softwaregestützte Umsetzung: Mit der standardisierten Transformationssoftware ET Enterprise Transformer werden Migration und Transformation effizient automatisiert, Prozesse angepasst und Daten zuverlässig migriert.
- Flexibilität bei der Umsetzung: SDT erlaubt die Wahl zwischen Fast-Value, Wave-Based oder Plateau-Ansatz, je nach Unternehmensstruktur, Zielsetzung und Risikobereitschaft.
- Geschäftsorientierte Transformation: Technologie wird nicht isoliert betrachtet, sondern dient als Enabler für die Optimierung von Prozessen, Entscheidungsfähigkeit und zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit.
Mit SDT lässt sich die S/4HANA-Migration flexibel und gezielt an die Situation eines Unternehmens anpassen, ohne Betriebsausfälle, ohne unnötige Risiken und mit klarem Blick auf den geschäftlichen Mehrwert. So macht der selektive Ansatz aus Transformationsdruck eine Chance: Unternehmen steuern ihre Systeme strategisch, bringen Prozesse auf den neuesten Stand und schaffen eine zukunftsfähige Enterprise-Architektur.
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