Kapazitätsplanung mit Fertigungshilfsmitteln in SAP PP/DS: Werkzeuge endlich finit planen 

17. Dezember 2025

In vielen Fertigungsunternehmen steckt ein wesentlicher Teil des Planungspotenzials noch im Verborgenen. Werkzeuge, Formen oder Prüfmittel entscheiden täglich darüber, ob eine Linie läuft oder steht und haben damit unmittelbaren Einfluss auf Termintreue, Anlagenproduktivität und Kosten. Obwohl sie kritische Engpassressourcen sind, bleiben sie in vielen Produktionsplanungen unberücksichtigt. Die Folgen reichen von ungeplanten Stillständen über teure Ad-hoc-Maßnahmen bis hin zu ineffizienten Abläufen im Shopfloor.

Unsere Lösung für SAP PP/DS setzt genau hier an. Durch die konsequente, finite Planung von Fertigungshilfsmitteln steigern Unternehmen die Stabilität ihrer Produktionsprozesse, reduzieren operative Kosten und erhöhen die Auslastung ihrer Ressourcen. Die Effekte sind direkt sichtbar und zugleich nachhaltig.

Warum finite Werkzeugplanung in SAP PP/DS entscheidend ist

Fertigungshilfsmittel sind zentrale Ressourcen der Produktion. Werden sie nicht integriert geplant, entstehen Lücken im Prozess. Typische Folgen sind ungeplante Stillstände, zusätzliche Kosten durch kurzfristige Beschaffung, fehlende Transparenz über Standort und Auslastung sowie ungenutzte Potenziale bei Wartung oder Alternativen.

SAP PP/DS bietet eine starke Basis für die Feinplanung, berücksichtigt Werkzeuge jedoch nicht finit. Unsere Lösung schließt diese Lücke.

Alles auf einem Blick:

SAP PPDS auf einem Blick
SAP PPDS auf einem Blick

Was unsere SAP-PP/DS-Lösung für die Planung von Fertigungshilfsmitteln anders macht

Unsere Erweiterung für SAP PP/DS ermöglicht erstmals eine durchgängige, finite Planung von Werkzeugen, Formen oder Prüfmitteln. Die Logik bleibt vollständig standardnah und integriert sich nahtlos in bestehende SAP-Prozesse.

Die Kernelemente der Lösung:

  • Werkzeuge werden wie Maschinen als begrenzte Ressourcen geführt
  • Wartungs- und Stillstandszeiten fließen automatisch in die Planung ein
  • Kopplung zwischen Arbeitsplatz und Werkzeug über Standard-Stammdaten
  • Nutzung der PP/DS-Plantafel für die Reihenfolgeplanung
  • Schwesternwerkzeuge können automatisch als Alternative eingeplant werden.
  • Volle Integration in SAP-Module wie PM (Instandhaltung) und MDM

Damit entsteht ein transparentes und belastbares Planungsmodell für die kurz- und mittelfristige Fertigung.

Technische Umsetzung im SAP-Standard

Die technische Architektur basiert konsequent auf SAP-Standard. Werkzeuge werden über die CIF-Integration in das ePP/DS-Stammdatenmodell übertragen und dort als planbare Ressourcen geführt. Grundlage ist das Prinzip des mobilen Arbeitsplatzes, das wir für Equipments nutzbar machen und damit vollständig SAP-konform bleiben.

Durch die Zuordnung zu Arbeitsplanvorgängen entsteht eine direkte Verbindung zwischen Arbeitsplatz und Werkzeug, die in der Feinplanung berücksichtigt wird. Planungsänderungen wirken sich in Echtzeit auf Kapazität und Auslastung aus. Bei Engpässen nutzt das System alternative Fertigungsversionen und somit alternative Werkzeuge. Damit entsteht eine robuste, flexible und zukunftssichere Lösung – ohne Custom Code oder komplexe Sonderlogiken.

Bei der Stammdatenübertragung erfolgt eine Kopplung zwischen Werkzeug und Arbeitsplatz, sodass diese bei einer Umplanung gemeinsam geplant werden und ihre Abhängigkeit nicht verloren geht.

feinplanungsplantafel
feinplanungsplantafel

Praxisnahe Mehrwerte

Planungsverantwortliche erhalten eine vollständige und belastbare Sicht auf alle relevanten Ressourcen. Sie erkennen sofort, wo ein Werkzeug steht, wie stark es ausgelastet ist und welche Alternativen verfügbar sind. Gleichzeitig ermöglicht die Integration in SAP-Standardlogiken eine natürliche Rüstzeitoptimierung, da Werkzeugverfügbarkeit und Arbeitsplatzkapazität erstmals gemeinsam betrachtet werden. 

Die wichtigsten Effekte im Überblick:

  • Transparenz: Standort, Verfügbarkeit und Auslastung aller Werkzeuge sind jederzeit ersichtlich.
  • Planungssicherheit: Werkzeuge werden finit berücksichtigt, wodurch Verzögerungen und kurzfristige Umplanungen deutlich sinken.
  • Flexibilität: Bei Engpässen schlägt das System automatisch geeignete Alternativen vor.
  • Integration: Wartungs- und Stillstandszeiten aus PM fließen ohne Zusatzaufwand in die Planung ein.
  • Skalierbarkeit: Start als MVP, anschließende Ausweitung auf weitere Werke und Werkzeuggruppen.
  • Einfache Implementierung: Die Lösung nutzt Standard-Stammdaten und PP/DS-BAdIs und kommt ohne aufwendiges Customizing aus.

Diese Effekte machen sich in unterschiedlichen Rollen bemerkbar:

Kapazitätsplaner profitieren von einer vollständigen Ressourcenübersicht und präziseren Entscheidungen. Fabrikleiter erreichen höhere Anlagenverfügbarkeit und stabilere Produktionsabläufe. Auf COO-Ebene verbessern sich Termintreue und Kosteneffizienz spürbar, da Ad-hoc-Maßnahmen und ungeplante Stillstände deutlich zurückgehen.

Typische Einstiegsszenarien

Unternehmen steigen an unterschiedlichen Punkten ein:

  • ePP/DS ist bereits im Einsatz. Die Werkzeuglogik ergänzt die bestehende Plantafel mit geringem Aufwand.
  • S/4HANA ist eingeführt, ePP/DS noch nicht. Werkzeugplanung wird von Beginn an integriert.
  • Transformationsprojekt läuft. Die Werkzeugplanung kann direkt in die neue PP/DS-Prozesslandschaft aufgenommen werden.

Wichtig ist, das Thema als festen Bestandteil der Produktionsplanung zu verankern.

Der cbs Ansatz für Kapazitäts- und Werkzeugplanung mit SAP PP/DS

Unser Vorgehen startet mit einer Analyse der Stammdaten und Prozesse. Dabei identifizieren wir typische Engpässe wie fehlende Werkzeugverfügbarkeit oder unklare Zuständigkeiten.

cbs Ansatz - Kapazitätsplanung mit Fertigungshilfsmitteln
cbs Ansatz – Kapazitätsplanung mit Fertigungshilfsmitteln

Phase 1: As-Is-Analyse

Wir prüfen Stammdaten, verstehen die bestehende Planungssituation und erfassen typische Pain Points wie fehlende Werkzeugtransparenz oder unklare Verantwortlichkeiten.

Phase 2: To-Be-Design

Auf dieser Basis entwickeln wir ein Zielbild, definieren die Planungslogik für Fertigungshilfsmittel und integrieren sie standardnah in PP/DS-Heuristiken. Auch die Schulung der Planungsverantwortlichen ist Teil dieser Phase.

Phase 3: MVP-Einführung

Wir starten bewusst schlank, fokussieren uns auf zentrale Werkzeuggruppen und begleiten den Go-Live eng. Dabei entsteht schnell Transparenz über die Wirksamkeit der Lösung.

Phase 4: Rollout

Anschließend wird das Konzept schrittweise erweitert – über zusätzliche Werke, Werkzeuggruppen oder Prozessvarianten hinweg. Bei Bedarf werden auch mehrstufige Werkzeuge oder angrenzende Module integriert.

So entsteht ein ganzheitliches, zukunftsfähiges Planungsmodell, das mit den Anforderungen des Unternehmens mitwächst.

Integration in die SAP-Landschaft

Die Lösung fügt sich nahtlos in SAP PM, MDM und PP ein. Wartungszeiten werden automatisch berücksichtigt, Stammdaten bleiben standardkonform und in der Plantafel entsteht eine durchgängige Sicht, die Maschinen und Werkzeuge gemeinsam abbildet.

Fazit: Warum finite Werkzeugplanung in SAP PP/DS ein zentraler Baustein moderner Produktionsplanung ist

Die finite Planung von Fertigungshilfsmitteln ist kein Zusatz, sondern ein essenzieller Baustein moderner Produktionssteuerung. Unsere Lösung integriert diese Fähigkeit nahtlos in SAP PP/DS. Das Ergebnis sind Transparenz, Planungssicherheit und Skalierbarkeit – ohne komplexe Eigenentwicklungen.

Sie möchten erfahren, wie Sie Werkzeuge finit planen und ob Ihre Stammdaten bereit dafür sind?

Wir bieten zwei kompakte Einstiegsformate:

  • Readiness Check: Gewinnen Sie absolute Klarheit darüber, wie gut Ihre Stammdaten und Planungsprozesse heute für eine Werkzeugplanung vorbereitet sind. Gemeinsam mit Ihren Fachexperten identifizieren wir gezielt die größten Hebel und Engpässe – und liefern Ihnen eine klare, priorisierte Empfehlung, wie Sie Ihre Planung effizienter, stabiler und zukunftssicher gestalten können. Der Readiness Check zeigt Ihnen nicht nur den Status quo, sondern auch den schnellsten Weg zu messbaren Verbesserungen.
  • Look and Feel Workshop: Erleben Sie in nur 2 Stunden live, wie Werkzeugplanung im SAP-System tatsächlich funktioniert. An einem realitätsnahen Beispiel demonstrieren wir das Zusammenspiel von Arbeitsplatz, Werkzeug und Kapazität – transparent, intuitiv und komplett standardnah. Sie sehen sofort, welche Effizienzpotenziale in Ihren Prozessen stecken und welche konkreten Verbesserungen Sie mit der Lösung erreichen können. Der Workshop liefert Inspiration, Entscheidungsgrundlage und ein greifbares Bild davon, wie Ihre künftige Planung aussehen kann.

Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie Ihre Fertigungsplanung den nächsten Schritt machen kann.

Ihr Kontakt

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Sascha Wiedermann
Senior Consultant
Manufacturing ERP
Practice Sustainable Supply Chain & Manufacturing